Neue Energieeinsparverordung in Kraft

Die Bundesregierung hat eine neue Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, durch die Gremien gebracht. Danach gelten ab 1. Oktober 2009 für Neubauten und Modernisierungen strengere Bedingungen hinsichtlich des Energieverbrauchs und der Wärmedämmung. Hier die wichtigsten Änderungen für Bauherren im Überblick.

Für Neubauherren und Sanierer, die das ganze Haus modernisieren wollen, gelten damit etwa um 30 Prozent verschärfte Bedingungen. Für Sanierer, die nur einzelne Maßnahmen durchführen möchten, etwa an Fenstern, Wänden oder Dach, werden die Anforderungen um ca. 15 Prozent härter. Technisch lassen sie sich aber alle problemlos umsetzen. Und angesichts der langfristig steigenden Energiepreise sind sie auch allemal wirtschaftlich sinnvoll.

Nachrüstverpflichtungen bei Haussanierung

Neu sind auch die Nachrüstverpflichtungen, etwa zum Austausch von Nachtstromspeicherheizungen. Zudem gibt es neue Kontrollen, um sicherzustellen, dass die EnEV bei Sanierungen auch wirklich eingehalten wird: Ausführende Unternehmen müssen nämlich künftig mit einer schriftlichen Erklärung belegen, dass sie die neue EnEV bei der Sanierung eingehalten haben. Wer die Verordnung nicht einhält oder die Erklärung nicht oder mit falschen Angaben abgibt, muss mit einer Geldstrafe bis zu 15.000 Euro rechnen.
Auswikungen für Häuslebauer

Wer nach der EnEV 2009 neu baut, baut besser, weil die energietechnische Qualität der Bauteile sich verbessert. So muss etwa eine Mauerwerksaußenwand nun mit einer 14 Zentimeter starken Dämmung (vorher: 10 Zentimeter) versehen werden. Beim Dach in Holzkonstruktion muss die Zwischensparrendämmung nun 20 Zentimeter (vorher: 14) betragen. Das bringt deutlich höhere Energieeinsparungen.

Wer nur einzelne Bauteile saniert, muss sich ebenfalls an die neuen Anforderungen halten. Wird die Außenwand gedämmt, muss der Dämmstoff künftig 12-16 Zentimeter dick sein (zuvor: 8-12 Zentimeter). Beim neuen Dach sind es 14-18 Zentimeter gegenüber den vorher geltenden 10-14 Zentimetern. Und beim Fensteraustausch dürfen nur noch Zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen zum Einsatz kommen.

Nach der neuen Verordnung gibt es aber auch Nachrüstungsverpflichungen, ob der Bauherr nun sanieren will oder nicht. So müssen Nachtstromspeicherheizungen in jedem Fall ausgetauscht werden. Konkret: In Wohngebäuden mit wenigstens sechs Wohneinheiten sind 30 Jahre alte Nachtspeicherheizungen bis 2019 außer Betrieb zu nehmen. Ausnahmen gelten nur für Geräte, die nach 1990 eingebaut wurden. Sie müssen erst 30 Jahre nach dem Einbau ausgetauscht werden.

Bauherren, die jetzt schon ihr Haus oder ihre Sanierung geplant haben, sind von der Neuregelung aber noch nicht unmittelbar betroffen. Die alten Förderniveaus bleiben für sie voraussichtlich bis Mitte 2010 erhalten.